Egophilie

Selbstreferenzielle Zitate voller Weisheiten, welche die Welt nicht braucht.

Behold My Pile Of Bullshit
tard_mcqueen

Ich frage mich, warum es mir momentan leichter fällt, mehr inhaltsleere Plattitüden zu fabrizieren als üblich. Hängt eventuell mit meinem Unwillen zusammen, Kommunikation oberhalb einer Ebene zu führen, die über I-FOUND-A-PUKING-HAMSTER-ON-YOUTUBE hinaus geht.

Gewisse Gesprächsdynamiken sind abgenutzter als der Kolben von Daddy Rednecks Donnerbüchse, die regelmäßig Verwendung findet, um Verehrer seiner Schwestercousinetochter vom Grundstück zu jagen.

Ermüdend und enttäuschend.
Natürlich bin ich in meiner grenzenlosen Überheblichkeit besser als alle anderen.
Nicht!

Ein Grund mehr sich davon fern zu halten.

Wenn ich mich im Kreis drehen möchte, kann ich das auch mit meinem Bürostuhl machen danach sogar ohne schlechtes Gewissen kotzen.


REM
tard_mcqueen

Verdammte bleierne Müdigkeit.

Ich weiß nicht, warum ich mich Schlaf so entschieden verweigere. Eigentlich mag ich Schlafen. Sieht man von verstörenden Träumen einsickernder Schwärze und alten Göttern in der Tiefe mal ab. 3-4 Stunden abseits der Wochenenden, wo ich versuche, den Mangel ein wenig auszugleichen.

Tatsache ist, dass es mir schwer fällt, mich hinzulegen und einfach zur Ruhe zu kommen. Mich selbst an den äußeren Rand der Erschöpfung zu schubsen, ist zwar nichts anderes als eine Form roher Gewalt gegenüber dem eigenen Körper, aber erfolgt zumindest aus einem gewissen Pragmatismus. Potenziell Destruktiv, ohne Zweifel. Aber aus eigenem Antrieb und mit besten Absichten.

Ich war schon immer mehr Nachtmensch und habe mich in den ruhigen Stunden zwischen Abend- und Morgendämmerung wohl gefühlt. Ich mag das Gefühl, dass die Welt sich ein wenig langsamer dreht und spätestens mit dem erlöschen der Straßenlaternen bis an den Rand der Fensterverglasung zu schrumpfen scheint. Ich mag das angenehme Gefühl leichter Benommenheit, wenn die Müdigkeit beginnt sich einzuschleichen und jegliche Perspektive um ein halbes Grad im Winkel verschiebt. Manchmal mag ich sogar die verzerrte Wahrnehmung von Zeit, wenn Stunden sich dehnen und hin und wieder gar kein Ende nehmen wollen. Ich habe Erinnerungen an kalte Winternächte, die man in keinem Ereigniskontext als Besonders bezeichnen könnte und die trotzdem mit dem Gefühl wohliger Eintracht an meinem Hinterkopf kleben.

Natürlich existiert auch das genaue Gegenteil. Nicht enden wollende Nächte, gefüllt mit allem, was das Synapsenorchester an dissonanten Crescendos zu fabrizieren vermag und das mich weit genug Richtung Abgrund des Wahnsinns getrieben hat, als das ich mir am liebsten das Gesicht zerkratzt hätte.

Aber es wiegt einander mehr als auf und vielleicht brennt bei mir deswegen so selten Licht, denn meine Phase der natürlichen Furcht vor Dunkelheit war relativ kurz. Nicht das sie nicht immer noch unangenehm und angsteinflößend sein kann, aber überwiegend verbinde ich damit das simple Gefühl von Behaglichkeit.

Merkwürdig, dass ich mich trotzdem nicht im eigentlichen Sinne schlaflos fühle, sondern auf bizarre Weise das direkte Gegenteil. Ich bin noch ZU wach. Zu bewusst. Und um das Paradox zu vervollständigen, habe ich das Gefühl, dass dies womöglich eine Sache ist, über die ich tatsächlich -endlich- eine Nacht lang schlafen sollte.


Magnitude
tard_mcqueen

Wenn man irgendwann seismische Wellen reiten kann, gehöre ich zu den ersten, die sich daran versuchen. Vielleicht nicht mal ansatzweise mit Stil und im sicheren Gleichgewicht, aber zumindest eisernen Willens es zu lernen. Ich kann allerdings nicht vollends bestimmen, warum ich die Katapultwirkung von Katastrophen so zu schätzen weiß. Genug, dass ich manchmal den Verdacht hege, mehr als nur ein Kollateralschaden oder zumindest unglücklicher Initiator zu sein.

Sicherlich spielt Ausweglosigkeit seine Rolle. Um von der Defensive in die Offensive zu wechseln, ist spontane Mobilmache nicht wirklich die Seite mit Eselsohr im kleinen Handbuch für Meisterstrategen. Fakt ist, dass ich mich zu solchen Zeiten beschwingter, frischer, vitaler fühle. Wobei ich anmerken möchte, dass die grammatische Steigerung eigentlich nicht mal angebracht ist.

Beschwingt.
Frisch.
Vital.

Und vielleicht... inspiriert.
So ist es korrekt.

Aber -wie gesagt- nicht das es mich wundert. Wenn man dazu neigt, einen Großteil seiner Zeit in phlegmatischer Bewegungslosigkeit zu verharren, ist jedes kleine Beben willkommen. Trotzdem habe ich das Gefühl, vorsichtig sein zu müssen. Nicht dem Kalkül von Sicherheit zu erliegen, dass meine persönliche Starre absolut und das aufbauen größerer, tektonischer Spannung unmöglich ist. Die zaghafte Versuchung ist schwer zu leugnen.

Und wenn ich ganz ehrlich zu mir selber bin... weiß ich eindeutig zu oft, wo die Nadel das nächste mal ausschlägt.


Glasmurmel
tard_mcqueen

Sie hat geweint. Ihr Mund gezittert. An soviel kann ich mich erinnern.

Ich weiß nicht, ob aus irgendeiner Trauer heraus. Ob versäumter Gelegenheiten, Scham, Bedauern oder vielleicht sogar Stolz. Vielleicht einfach etwas, das sie realisierte oder an das sie denken musste. Ich habe mich in ein verzweifeltes Lächeln geflüchtet und - in einer mustergültigen Reaktion bezüglich etwas, dass man im englischen als 'social awkwardness' bezeichnet - überflüssige Notwendigkeit deklariert.

Ausgerechnet.

Ich meine mich zu erinnern, dass sie etwas sagte, bevor sie sich mit verzerrtem Gesicht abgewendet hat und davon geschlurfte. Hängende Schultern und gesenkter Kopf, wie immer.

Eine kurze Floskel. Aber was? Nicht das es wirklich eine Rolle spielt.

Es ist eine jene Erinnerungen, die ich gerne immer wieder vergrabe, weil sie mich unruhig macht. Wobei es nicht die Frage nach einem bohrenden 'Warum' ist, sondern die Erkenntnis, dass es am Ende die spontanen, verstörenden und erschreckenden Momente sind, die mich am meisten berühren. Die am längsten nachwirken und die mich über Jahre beschäftigen.

Menschen die für ein paar Momente entgleisen und dabei jeden Filter aushebeln.

In diesem engen, zeitlichen Rahmen sind sie pur. Rede ich mir ein.
Das MUSS Bedeutung haben. Als solche behandelt werden.
Unwichtig welche. Unwichtig ob ich verstehe.

Warum grade jetzt?

Vielleicht weil es etwas glänzendes, rundes ist, dass man irgendwann aufgesammelt und in den Untiefen der Hosentasche hat verschwinden lassen. Hin und wieder holt man es heraus, kneift ein Auge zu und hält es zwischen zwei Fingern gegen das Licht.

Bleibt final die Frage, ob es etwas ist, das man bewundert oder vermisst.


Beneath the high ground
tard_mcqueen

Was sagt es eigentlich aus, sich zu häufig als 'Main Villian' der Geschichte zu sehen? Abgesehen von gesteigerten Coolness- und Stylefaktor, welche den Schurken meist deutlich vom warmgeduschten Protagonisten des Kalibers Whiny McPuss unterscheiden. Das Trugbild geistiger Freiheit in Form von Skrupellosigkeit und Allmachtsphantasien? Der Umstand, dass der Schurke auf seinem Gebiet (Das Böse! *donnerblitz*) meist gereifter und entschlossener ist als der Held, welcher (natürlich streng nach Schema F) ja meist im laufe seiner Reise den Wandel vollzieht?

Möglich.

Fakt ist: Antagonisten sind häufig um Längen grauschichtiger und damit vielleicht sogar menschlicher, als ihr strahlendes und edelmütiges Pendant, solange man den üblichen McGuffin wie Rache, Reichtum und/oder Weltherrschaft mal außen vor lässt. Die besten Schurken rekrutieren sich aus gefallenen Rittern und ehemaligen Freunden. Aber der Trend geht ja zum strauchelnden Helden, mit Ecken und Kanten und den obligatorischen, geschwärzten Stellen im Lebenslauf und dem Ethikzeugnis für Tugenden. Interessant daran ist, dass man sich damit eigentlich mehr und mehr der Gegenseite annähert. Was früher undenkbar schien, wird heute als notwendiges Übel in kauf genommen und die Tragweite der Konsequenz stoisch als weitere Narbe auf der Seele getragen. Manch einer erdreistet sich sogar, gar nicht mehr angemessen und still deswegen zu leiden. Statt nah an der Grenze zur Depression und Selbstverletzung (wenn nicht sogar darüber hinaus) auf Erlösung durch Vergebung oder Sühne (und Liebe! *donnerblitz*) zu warten, haben sie ihre Vergangenheit tatsächlich zu weiten Teilen gedanklich metabolisiert und stehen ihren Zielen entschlossen gegenüber bzw. sind bereit, die notwendigen Opfer dafür zu erbringen. Hier und da weigert sich sogar mal einer, sein Leben für die Sache zu geben. Dreist! Der moderne Held sieht sich als Glied der Kausalkette, statt wie der einsame Wolf für sich zu stehen, und bloß keinen Unbeteiligten oder gar Freund zu verletzen oder sonst wie in das Geschehen einzubinden. Und ansonsten teilt man sich zumindest den psychologischen Veteranenstatus samt lockeren Trigger für das Postraumtische Belastungssyndrom.

Zum kotzen also, wenn man an gewissen Überschneidungspunkten schon mal die eine, mit der anderen Seite verwechseln kann. Aber vielleicht ist der Schurke am Ende einfach ehrlicher im Sinne von offener, gegenüber sich selbst und der Welt. Man muss nichts mehr verbergen (es sei denn natürlich, es dient "dem Plan") was an zementierten Statuten kratzt. Der angeblich freie Geist ist ja nicht umsonst gerne mal Synonym für entnervende Exzentrik und damit verbundener Rücksichtslosigkeit oder zumindest sozial fragwürdigem Verhalten.

Was also...?

Eventuell das Wissen um den Umstand, dass man am Ende nicht gewinnt. Das Gute siegt und es gibt Regenbögen und Konfetti und 'ne nackte Prinzessin die daheim wartet. Und wenn schon nicht das, so wird der Heldentod gestorben und man bekommt eine großen Gedächnisschrein und 'ne Grundschule, die nach einem benannt wird. - Würde das stimmen, wäre die simpelste Antwort vielleicht und wie so oft: der Weg ist das Ziel. Keine Sorgen um die Zukunft, denn man ist dem Unvermeidbaren ausgeliefert. Aber befreit von allen Zügeln, hat man bis dahin zumindest mehr Spaß.

Andererseits...

Was sagt der Schurke nicht alles, um den Helden in Sicherheit zu wiegen?


Cortexgrütze
tard_mcqueen

Ein weißes Zimmer. Fenster- und türenlos irgendwo ganz nah am Rand meiner Gegenwart, dass mein Sinn für Masse, Distanz und Perspektive nicht zu erfühlen vermag. In einem leidigen Versuch von Orientierung möchte ich die Hand ausstrecken und jede Kontur mit den Finger abfahren, bis ich Sinn und Richtung dahinter begriffen habe. Zu meiner Überraschung tropft Tinte von meiner ausgestreckten Hand, die -kaum den Boden berührt beginnt zu zerfließen und die Wände hinaufkriechen. Ich stehe im Epizentrum wabernder Konturen und wechselnder Schattenschnitte die ähnlich wie das Zimmer, keiner nachvollziehbaren Dimension zu folgen scheinen. Es spielt keine Rolle wie hoch oder wie tief. Wie lange, schnell oder kurz.

Aber seltsamerweise beunruhigt mich das nicht. Es macht mich nachdenklich und trägt mich zu dem Gedanken an eine weite Küstenlinie mit einem Strand aus Worten, die ob ihrer Verwendung von den Gezeiten klein und rund geschliffen wurden. Weder bin ich in der Lage darauf, noch kann ich daraus etwas schaffen. Was nicht versinkt, trägt die Flut wieder fort.

Ich kehre zurück und mir wird klar, dass mein Bedürfnis viel elementarer ist, als ich bisher angenommen habe. Einher mit meinem Begreifen erstarrt das Zimmer um mich herum zu einem absurden Moment grauer Einförmigkeit.

Ich schöpfe daraus. Ich kreiere, komponiere, definiere.
Ich gebe neue Namen und merke, wie schwierig es ist, in diesem Wirbel selbst Konstant zu bleiben.

Ich wünschte, ich könnte mehr tun.


Karma Kulinaris
tard_mcqueen



Schimpft sich Mittagessen. Ja. Ehrlich!
Bleibt nur die Frage der Reihenfolge.

Ich schwanke zwischen:

Essen -> Kotzen -> Gesicht zerkratzen
Essen -> Gesicht zerkratzen -> Kotzen
Gesicht zerkratzen -> wimmernd zusammenkauern

Hm. Wird schwierig.

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Du weißt das du Probleme hast...
tard_mcqueen

....wenn du nachts wach liegst und Ragecomics baust. -.-

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*entstaub*
tard_mcqueen
Zu lange nicht hier gewesen. Dreckhaufen. Ewwwwww... Ist das Schimmel!? Na gut. Ich mache mal den Anfang.
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Catchphrase für Nazis
dirili
Linker Humanismus!



Posted via LjBeetle

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