Egophilie

Selbstreferenzielle Zitate voller Weisheiten, welche die Welt nicht braucht.

Previous Entry Share
Hypothermie
tard_mcqueen wrote in egophilie

Uff.

Das hat eine Weile gedauert. Notwendigerweise.

Mit dem Kopf durch die Wand zu brechen ist unangenehmer als erwartet und bringt ein paar Nebeneffekte mit sich, die so nicht einkalkuliert waren. Einer davon umfasst das Dilemma, dass man sich NOCH MEHR mit sich selbst beschäftigt als ein 15-jähriger, der Papas erlesene Sammlung an Hochglanzmagazinen in der Garage entdeckt hat. Ironischerweise gräbt man aber damit auch automatisch an einem Teil der Wurzel allen Übels herum.

Selbstbezogenheit gehört tatsächlich besser als schleimiger Fleck in eine Socke. Alles darüber hinaus wird schnell ungesund, denn es ist Teil des ehrwürdigen Pfades des urbanen Dschungelkämpfers, und der macht auf gewisse Art und Weise (echt!) ein wenig – hm! - einsam.

Wer hätte es gedacht, hm?

Aus dem Blätterdickicht zu beobachten, wie schnell alles in ein einheitliches Grau übergeht ist nicht mal halb so famos, wie man glauben möchte. Denn hört man irgendwann auf, mit der Umgebung zu verschmelzen, wischt sich die Tarnfarbe aus den Gesicht und nimmt die Krone aus Ästen vom Kopf, dann stellt man womöglich fest, dass ein einzelner Busch in der weiten Steppe nicht nur das genaue Gegenteil von Unauffällig darstellt, sondern das die ganze Operation komplett überflüssig war.

Optimistisch betrachtet weiß man nun zumindest, wie lange man still in der Kälte stehen kann, ohne Krämpfe zu bekommen oder aufs Klo zu müssen. Ob Frostbeulen und 'ne Blasenentzündung auf praktischer Ebene ein echter Zugewinn sind, darf man ruhigen Gewissens anzweifeln.


?

Log in